


Das Absetzen – die Trennung von Stute und Fohlen – gilt als eines der einschneidendsten Ereignisse im Leben eines Pferdes.
Das Absetzen – die Trennung von Stute und Fohlen – gilt als eines der einschneidendsten Ereignisse im Leben eines Pferdes. Die Forschung sagt es klar: Absetzen in der Domestikation bedeutet nicht nur die nährstoffliche Trennung, sondern auch das Auflösen starker sozialer Bindungen. Das trägt zu erheblichem psychologischem Stress beim Fohlen bei – noch verstärkt, wenn Fohlen abrupt abgesetzt werden.
Die physiologischen Zeichen sind gut dokumentiert. Studien zeigen: Künstlich abgesetzte Fohlen zeigen mehrere physiologische und verhaltensbezogene Stressreaktionen, darunter Gewichtsverlust, erhöhte Cortisolspiegel, Vokalisieren und gesteigerte Bewegungsaktivität.
Die Methode entscheidet stark darüber, wie viel Stress das Fohlen erlebt. Eine Zusammenfassung des Forschungsstands stellt fest: Abruptes Absetzen ist stressiger als die Form des schrittweisen Absetzens, bei der Fohlen geruchlichen, visuellen und akustischen Kontakt zur Stute behalten dürfen – und das gilt auch für die Form, bei der Stuten nacheinander aus einer Gruppe genommen werden.
Eine detaillierte Verhaltensstudie fand klare Unterschiede in der akuten Reaktion: Abrupt abgesetzte Fohlen vokalisieren häufiger und legten sich in den ersten fünf Stunden nach dem Absetzen nicht auf die Seite – im Gegensatz zu schrittweise abgesetzten Fohlen. Dieselbe Forschung notierte aber: Fohlen beider Gruppen zeigten Aggression gegen andere Fohlen, nicht-nutritives Saugen und fehlendes Spielverhalten als Stresszeichen, unabhängig von der Behandlungsgruppe – ein Hinweis, dass sich ein Teil des Stresses kaum ganz vermeiden lässt.
Cortisol ist der meistgenutzte Marker, um Stress bei Fohlen objektiv zu messen. Eine Studie an Trabrennsport-Fohlen fand: Die Cortisolspiegel blieben stabil nach einem Protokoll mit schrittweiser Trennung von der Stute und sozialer Unterstützung durch bekannte erwachsene Pferde – ein Hinweis, dass die Methode den Absetzstress senken kann, obwohl trotzdem Veränderungen bei Entzündungsmarkern beobachtet wurden.
Die Herzfrequenz liefert weiteres Material. Forschung hat gezeigt: Die Herzfrequenz stieg am Absetztag signifikant und blieb bei den Morgen-, Mittags- und Abendbeobachtungen erhöht – mit dem höchsten gemessenen Durchschnitt unmittelbar nach dem Absetzen. Dieselbe Studie fand Geschlechtsunterschiede: Stutfohlen bewegten sich nach dem Absetzen mehr, besonders bei den Mittags- und Nachmittagsbeobachtungen, und hatten am Morgen nach dem Absetzen höhere Cortisolspiegel als Hengstfohlen.
Alleinsein verschärft den Stress deutlich. Die Forschung zeigt durchgängig: Individuelles Absetzen – das Fohlen steht danach allein – ist in der Regel stressiger, als wenn das abgesetzte Fohlen Gesellschaft von mindestens einem anderen Fohlen hat, auch wenn einzelne Studien das Bild je nach Gruppengröße etwas nuancieren.
Ein oft übersehener Punkt: Das Absetzen wird manchmal mit dem Umzug auf eine neue Anlage kombiniert. Forschung, die genau das untersucht hat, fand: Der Ortswechsel kann ein noch größerer Stressfaktor sein als die Trennung von der Stute selbst. Und: Absetzen und Umzug zeitlich zu trennen – also nicht beides gleichzeitig zu tun – hatte langfristig negativere Effekte auf die Fohlen, als wenn beide Ereignisse zusammenfallen. Ein etwas kontraintuitiver Befund, der weiteren Forschungsbedarf zeigt.
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Ja – die Forschung zeigt klar höheren Stress beim abrupten Absetzen ohne Kontakt zur Stute.
Nein – Gesellschaft von mindestens einem anderen Fohlen senkt den Stress im Vergleich zur Einzelbox.
Die Forschung deutet darauf hin, dass eine zeitliche Trennung der Ereignisse schlechtere langfristige Effekte haben kann – plan sorgfältig.